Internationales Schach Turnier in Gröden

Schach als Konzentrationsförderung

Schach als Konzentrationsförderung

Das Spiel 

Von Dr. Valentine Demetz.

Das Spiel: die Arbeit des Kindes, dies ist die weit verbreitete Ansicht der gegenwärtigen Pädagogen. In der Tat eignen sich die Kinder über das Spiel das Regelbewusstsein und den Umgang mit den Mitmenschen an. Während des Spieles lernen die Kinder, sie erfahren ihre Umwelt und entwickeln ein Gespür für soziale Beziehungen. Während Kinder spielen entwickelt und organisiert sich ihr Gehirn. Durch eine kindergerechte Anregung entwickeln sich entsprechende Gehirnareale. So weist beispielsweise ein Geigenspieler ein überdurchschnittlich großes Gehirnareal, das die linke Hand steuert, da er beim Spielen der Geige die linke Hand mit höchster Genauigkeit betätigen muss. In Anbetracht der hoch angestrebten Ergebnisse die das Spiel in den Kindern hervorbringt, wird dessen Notwendigkeit für die Erziehung angesehen (vgl. HIERDEIS 1996, S. 25).

Nicht zuletzt gilt das Spiel als eine der besten Lernmethoden. Spielend lernt das Kind am besten. Bei der Frage nach welchen Spielen angeboten werden sollten, zeigt sich das Schachspiel in einer Mischung zwischen: Sport, Spiel und Intellekt als sehr angebracht. Das Schachspiel bietet sich, als fördernde Maßnahme für die Schulung des Denkens und für eine gesunde Entwicklung der Persönlichkeit. Diese positiven Auswirkungen des Spiels werden zunehmend von der Bevölkerung anerkannt, sodass eine steigende Eingliederung des Schachspiels in den Schulen zu beobachten ist (vgl. MASCOLO & TRINCHERO 2004, S. 109-112).

Schach als Konzentrationsförderung

In Deutschland wird das Schachspiel von einer steigenden Anzahl von Grundschulkindern praktiziert. In Trier spielen 300 Schülerinnen und Schüler das Spiel und in Dortmund treffen sich ungefähr 1500 Grundschulkinder zum wöchentlichen Schachunterricht. Studien über den Einfluss des königlichen Spiels haben bewiesen, dass Kinder, die Schach spielen, besser denken. Studien zufolge verbessere das Spiel die Konzentrationsfähigkeit, die Intelligenz und das räumliche Wahrnehmungsvermögen der Kinder. Der Gründer der deutschen Schulschachstiftung Kurt Lellinger betont, dass Schach den Kindern helfe, bestimmte Denkstrukturen aufzubauen. Sogar die Rechtschreibung werde, durch das Schach positiv beeinflusst, da die Kinder lernen, genauer hinzusehen. Die positiven Auswirkungen des Spiels werden zunehmend erkannt, sodass Schach immer öfters in den Schulen angeboten wird (vgl. DEUTSCHE PRESSE AGENTUR 2007, S. 21).

Der Wert des Schachspiels für das Denken und die Persönlichkeit

Die Italienische Schachföderation (FSI) betont mehrere Bereiche, die für die Förderung des Schachspiels in den Schulen sprechen. Als erstes werde die Aufmerksamkeit geschult. Im Schachspiel muss die Aufmerksamkeit ständig auf mehrere Kombinationen und Möglichkeiten gerichtet sein. Bei einer starren, nur auf ein Ziel gerichteten, Aufmerksamkeit, werden die Möglichkeiten und Pläne des Gegners nicht berücksichtigt; dies hat negative Auswirkungen auf das eigene Spiel. Die Konzentration sei vor allem beim sorgfältigen Durchdenken der Kombinationsmöglichkeiten vonnöten. Schach fördere das Selbstvertrauen und den Selbstwert, aufgrund eigener Überlegungen und Intuitionen werden Entscheidungen getroffen. Die getroffenen Entscheidungen erhalten, durch Siege und Niederlagen, eine Rückmeldung über die eigene Leistung.

Das Denken des Schachspielers sei ein Denken, welches sich dem mathematischen Denken und dem Problemlösen nähere. Diesen Überlegungen folgend, sei Schach für diese Denkweisen besonders fördernd. Schach fördere auch eine rationelle Betrachtung der Realität. Die Pläne müssen sich immer an den tatsächlichen Gegebenheiten orientieren, um erfolgreich zu sein. Ein Plan, welcher auf einer verfälschten Betrachtung der Situation aufbaut, wird kaum zum Ziel führen. Schach fördere im Kind auch den Übergang vom konkret-operationalen, zum formal-operationalen Denken (vgl. ROSINO 2004, S. 51-55). Johan Christiaen, Autor von “Schach und seine Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung”, zeigte in Gent, in seiner Untersuchung an Fünftklässlern, die in Schachgruppe und Kontrollgruppe unterteilt waren, dass sich die kognitive Entwicklung vom konkreten zum formalen Denken, nach eineinhalb Jahre wöchentlichen Schachunterricht, beschleunigte (vgl. BÖNSCH-KAUKE 2008, S. 209).

Die überaus positiven Auswirkungen des Spiels auf die Charakterformung, auf die kognitive Leistungsfähigkeit und auf die gesamte Persönlichkeit sprechen für die Einbeziehung des Schachspiels in das Pflichtcurriculum der Schulen.

Nach dem Lehrer H. Beste fördert Schach die geistige Entwicklung, erziehe zum logischen Denken, festige die Entschlusskraft, Kritikfähigkeit und Sachlichkeit, entwickle die Konzentrationsfähigkeit, rege die Phantasie an, lehre das Planen, motiviere zu aktivem Handeln und führe zu einem freudbetonten, gesunden Lebensgefühl. Auch, wenn man von all diesen positiven Wirkungen absieht, besitzt Schach, bereits als Spiel, einen besonderen Wert für den Menschen. Die drei russischen Professoren Djakow, Petrowsky und Rudik sahen im Spiel eine Bereicherung und eine größere Vielfalt des Lebens. Das Spiel erwecke und entwickle lebenswichtige Funktionen (vgl. FERSCHINGER 1988, S. 6).

1 Kommentar

  1. Toller Artikel! Das Schach die Konzentrationsfähigkeit fördert, dürfte unbestritten sein.

    Beste Grüsse aus der Schweiz
    Chesspoint Team

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